Geotechnik

Die Geotechnik ist eine klassische Disziplin des Bauingenieurwesens und gliedert sich u.a. in die Bereiche Bodenmechanik, Felsmechanik, Erdbau, Grundbau und Umweltgeotechnik. Schwerpunkt der Geotechnik ist der Boden im Zusammenhang mit dem Bauen. Bereits seit langer Zeit wurde durch den Menschen die Landschaft verändert. Es wurden Bauwerke errichtet und es entstanden die sog. Kulturlandschaften.

Durch die steigenden Anforderungen im Bauwesen hat die Geotechnik als Ingenieurwissenschaft eine hohe Bedeutung. Für die Errichtung eines Bauwerkes sind im Vorfeld die Standsicherheit und die Gebrauchstauglichkeit zu beurteilen, das bedeutet, dass hierzu der Baugrund in seiner Beschaffenheit zu untersuchen und zu beurteilen ist. Insbesondere bei der Gründung von Bauwerken, z.B. bei Gebäuden, Brücken, Tunneln und Straßen oder hinsichtlich der Standsicherheit von Böschungen und Dämme sind geotechnische Aufgaben alltägliche Praxis von Bauingenieuren (Erdbau, Grundbau, Tunnelbau).

Für die Planung und Errichtung von Bauwerken sind geotechnische Untersuchungen daher unverzichtbar. Schon in der Antike erkannte man diese umfassende Thematik. Die alten Griechen und Römer führten bereits Untersuchungen des Untergrundes durch. Sie errichteten Bauwerke, auch bei komplizierten Bodenverhältnissen, auf gut konstruierten Gründungen, die sicher die Bauwerkslasten abtragen konnten.

Grundlegend für die Realisierung eines Bauvorhabens ist im Vorfeld eine Baugrunduntersuchung und die Erstellung des Geotechnischen Berichtes (Baugrundgutachten).

Bei der Auswertung der Boden- und Grundwasserverhältnisse sind die natürlichen Gegebenheiten des Standortes - d.h. die regionalen geologischen Verhältnisse, die bodenphysikalischen Eigenschaften und die Gesetze der Mechanik im Zusammenhang zu sehen. Hier kommt die Bodenmechanik als klassische Ingenieurwissenschaft zur Anwendung. Bodenmechanische Untersuchungen im Labor sind für die Ermittlung der sog. Bodenkennwerte unentbehrlich. Bodenmechanische Kennwerte fließen in statische Berechnungen ein und sind sorgfältig zu ermitteln. Dies setzt eine qualitätsgerechte Baugrunduntersuchung mit entsprechenden Aufschlüssen (z.B. Bohrungen und Sondierungen) voraus.

Eine Baugrunderkundung muss sich nicht nur zur Untersuchungen bzgl. der Tragfähigkeit des anstehenden Bodens ergeben. Auch hinsichtlich eventueller Altlasten besteht oftmals der Bedarf, den Boden zu untersuchen und ein Bodengutachten erstellen zu lassen.