Italien - Ein Teil der Schöpfung
Von Zentraleuropa abgegrenzt wie durch einen Wall wird Italien durch die Alpen, welche geologisch als Deckengebirge mit starken Faltungszonen eingestuft werden. Mindestens zwei Platten der Erdkruste türmten also die Alpen durch ihre Wanderung auf. Dass noch heute Erdplatten Druck auf das Land ausüben, beweisen zahlreiche Erdbeben von denen Italien immer wieder erschüttert wird. Das schlimmste forderte 1908 im Friaul an 130000 Todesopfer, das jüngste traf erst im Frühjahr 2009 die Stadt L’Aquila.
In den Medien ist gar die Rede von einer geologischen Knautschzone und brodelnden unterirdischen Magmaseen. Unter der italienischen Erde soll ein Hexenkessel brodeln.
Geologisch prägnant sind die aktiven Vulkane Ätna und Vesuv. Vor allem letztgenannter gehört zu einem Gürtel von Vulkanen, der sich von Siena bis Potenza erstreckt, und ist als einziger der Vulkane noch aktiv. Ein solcher Vulkangürtel bildet sich häufig dort, wo zwei Erdplatten zusammenstoßen. Vereinfacht ausgedrückt bildet sich durch das Absacken und Schmelzen der schwereren Platte Magma. Durch den hohen Druck kann das Magma an die Oberfläche getrieben werden. Der Vesuv liegt genau über einer sogenannten Subduktionszone zwischen der afrikanischen und eurasischen Kontinentalplatte. Seine Aktivität ist sicheres Indiz für die tief in der Erde stattfindenden Bewegungen. Die Regionen im Bereich der Subduktionszone sind somit stark erdbebengefährdet.
Der Ätna auf Sizilien ist der größte aktive Vulkan Europas. Am 11. Mai 2008 brach der Spitzenreiter unter den eruptierenden Vulkanen das letzte Mal aus. Mit über 3000 Meter über dem Meeresspiegel befindet er sich westlich auf der Störungszone Messina-Verwerfung. In prähistorischer Zeit erzeugte der Einsturz einer Magmakammer das herrliche Valle del Bove, so wie die verwitternde Lava höchst furchtbare Erde erzeugt.